Familienrecht

weiter zu Rechtsfällen

Allgemein
Kindschaftsrecht

Allgemein

Was kostet die Beratung?

Seit dem 1.7.2006 gibt es keine staatlichen Tarife mehr für die außergerichtliche Beratung. Anwalt und Mandant sollen auf eine Gebührenvereinbarung hinwirken. Wird nichts vereinbart, gilt: Die erste Beratung kostet maximal EUR 226,10. Dafür erhält man z.B. in Scheidungssachen einen rechtlichen Überblick über die Gesamtproblematik: Trennungsfolgen, Sorge- und Umgangsrecht, Unterhalt, Zugewinnausgleich, Versorgungsausgleich, Hausratsteilung etc. Wir sprechen mit Ihnen gern zu Beginn des vereinbarten Termins über die voraussichtlichen Gebühren. Das Gespräch über die Kosten ist natürlich kostenlos. Sie können dann entscheiden, ob und wann Sie die juristische Beratung in Anspruch nehmen möchten. In vielen Fällen zahlt eine Rechtschutzversicherung die erste Beratung.

Die bezahlte Erstberatungsgebühr rechnen wir auf die Gebühren für eventuelle spätere anwaltliche Tätigkeiten in gleicher Sache an, es sei denn, es wird ausdrücklich etwas anderes mit Ihnen vereinbart. Fragen Sie ggf. auch nach den Möglichkeiten staatlicher Unterstützung (Beratungshilfe, Verfahrenskostenhilfe).


Was tut meine Familienanwältin / mein Familienanwalt für mich?

Bei Trennung/Scheidung hilft vielen Betroffenen schon das erste Gespräch, erst einmal für sich selbst zu "ordnen", welche Fragen zu regeln sind, was sie brauchen und wohin sie wollen. Dann kann die Lösung der anstehenden Probleme Schritt für Schritt angegangen werden.
Die Anwältin/Der Anwalt begleitet und unterstützt den Mandanten in Trennung und Scheidung darin, einen passenden Entwurf für einen Neuanfang zu entwickeln und diesen umzusetzen, mit dem Partner/der Partnerin bzw. seinem/ihrem rechtlichen Vertreter zu verhandeln, Einigungen auszuarbeiten. "Die Regie" für sein Leben führt dabei der Mandant, mit rechtlicher Unterstützung der Anwältin/des Anwalts. Die Rechtsanwältin/der Rechtsanwalt bietet einen geschützten Raum und ein "offenes Ohr".
Natürlich geht es auch um ganz pragmatische Dinge wie die Berechnung und Durchsetzung von Unterhalts- oder Zugewinnausgleichsansprüchen oder, ganz einfach, um Entlastung von Schriftverkehr in einer Zeit, die emotional oft hoch belastend ist.

 

Ist eine einvernehmliche Trennung und Scheidung möglich?

Ja, in vielen Fällen kann man zumindest günstige Voraussetzungen dafür schaffen. Bewährt hat sich in meiner Praxis, die Familie als Ganzes zu betrachten, auch wenn sie auseinandergeht. Die Elternschaft soll auch über die Trennung hinaus bestehen bleiben. 

Die getrenntlebende Familie/das getrenntlebende Paar soll mit den geringsten finanziellen Belastungen aus der Krise hervorgehen. Die Existenzgrundlagen müssen gesichert sein und das gemeinsam Geschaffene gerecht geteilt werden, wenn nötig auch mit Hilfe des Gerichts.

Das Leben nach der Trennung/Scheidung muß neu organisiert werden, möglichst so, daß alle Beteiligten zur Ruhe kommen können.

 

Reicht ein Anwalt für die Scheidung aus?

Ja, allerdings wird der Anwalt dann nur einen der Partner vertreten und beraten. Für den anderen ist keine anwaltliche Vertretung vorgeschrieben, wenn er keinen eigenen Antrag bei Gericht stellen möchte, also im wesentlichen zustimmt und bereit ist, die Korrespondenz mit dem Gericht allein zu führen. Wegen der oft bedeutsamen auch langfristigen Konsequenzen von Trennung und Scheidung bzw. Aufhebung der Lebenspartnerschaft ist anwaltliche Vertretung oder zumindest Beratung für beide Partner empfehlenswert.


Kindschaftsrecht

Wegen der Kinder zusammenbleiben?

Überlegen Sie zunächst für sich, ob die Bilanz Ihrer Beziehung positiv oder negativ ist. In vielen Fällen ist der Trennungsgedanke zunächst nur der Wunsch nach Veränderung. Durch Gespräche, vielfach auch unter Hinzuziehung eines professionellen Beraters, kann vielleicht Ihrer Beziehung ein Neuanfang gelingen. Kommen Sie zu dem Schluß, daß Sie die Beziehung beenden möchten und hält nur die Angst um die Kinder Sie davon ab, so empfehle ich Ihnen, daß Sie sich die Frage stellen: Was bieten Sie Ihren Kindern jetzt? Welches Beziehungsbild vermitteln Sie ihnen? Sie müssen damit rechnen, daß Ihre Kinder dieses Bild übernehmen und später ähnlich nachgestalten werden.


Was wird aus den Kindern bei Trennung und Scheidung?

Die meisten Eltern sind sich darüber einig, daß ihre Kinder wegen der Trennung möglichst wenig leiden sollen. Dieses ist ein gemeinsames Ziel, das wir ernst nehmen. Das heißt, in Sorgerechts- und Umgangsrechtsangelegenheiten (nach Möglichkeit auch in einer Unterhaltsauseinandersetzung) gelten folgende Grundsätze:

  • Ein Kind braucht beide Eltern, auch nach der Trennung.
  • Es muß sich darauf verlassen können, daß seine Eltern die Dinge für es klären.
  • Wie können die beteiligten Erwachsenen (Eltern, ggf. Jugendamt, Rechtsanwälte, Beratungsstelle, Gericht, gerichtlicher Sachverständiger) es organisieren, daß es diesem Kind/diesen Kindern möglichst gutgeht?

Ein Sorge- oder Umgangsrechtsstreit steht also heute nicht (mehr) unter dem Motto „Welcher Elternteil ist gut, welcher schlecht?“ (obwohl es natürlich manchmal auch totales elterliches Versagen gibt; das wird dann auch entsprechend ausgewertet), sondern setzt in erster Linie auf die Stärkung der Elternverantwortung von Vater und Mutter. Da haben die Juristen von den Psychologen etwas gelernt. Zum Glück.